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About

Mt. Hood

Im Rahmen meines Studiums der Technischen Kybernetik an der Universität Stuttgart hatte ich die Gelegenheit, ein Auslandspraktikum bei DaimlerChrysler in den USA zu machen. Es dauerte von 29. Juni bis 18. Dezember 1998. Die folgenden Informationen sollen neuen Bewerbern helfen, sich auf das Praktikum vorzubereiten.

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Preparation

Über die DaimlerChrysler Studienförderung Forschung & Technologie erfuhr ich von der Möglichkeit, entweder in Palo Alto, CA oder Portland, OR ein Auslandspraktikums bei DaimlerChrysler zu machen. Zunächst interessierte ich mich für DaimlerChrysler Research & Technology North America in Palo Alto, doch bald stellte sich heraus, daß abgesehen vom sonnigen kalifornischen Strand relativ wenig zu mir passen würde. Über meinen Mentor nahm ich Kontakt zu Herrn Lorenz in Portland auf. Er ist der Leiter des Vehicle Systems Technology Centers, einer Außenstelle Palo Altos. Ich hatte Glück, daß es noch freie Praktikantenstellen gab und bekam nach einem persönlichen Gespräch mit Herrn Lorenz in Untertürkheim unmittelbar eine Zusage.

Die weiteren Praktikumsvorbereitungen erforderten eine Menge Geduld. Für die USA benötigt man ein Visum, um zu arbeiten. Dieses erhält man als Student am Einfachsten, wenn man an einem Austauschprogramm wie dem des Council on International Educational Exchange e.V. teilnimmt. Es lohnt sich nicht, zu versuchen, das Geld für das Council zu sparen (inkl. der Krankenversicherung waren es immerhin 955 DM), denn früher oder später landet man sowieso dort. Die Flugangebote, die man vom Council erhält, sind nicht immer die günstigsten. Besser ist es, den Flug frühzeitig zu buchen. Dann ist man noch nicht auf ein Datum festgelegt und kann manchmal 50 Prozent des Preises einsparen.

Mitnehmen sollte man außer den üblichen Dingen unbedingt den deutschen Führerschein. Soetwas wie den internationalen kennen die Amerikaner sowieso nicht. Auch der Reisepaß muß frühzeitig beantragt werden, denn wenn man wie ich einen Strich auf dem e hat, kann der erste schon mal ein Fehldruck sein und dann dauert es noch weitere sechs Wochen - mindestens. Den übergangsweise gültigen Reisepaß muß man dann für teueres Geld besorgen. Da er sowieso nur sechs Monate gültig ist, ist das auch keine Dauerlösung.

Herr Lorenz behandelt alle Praktikanten gleich. Das heißt u.a., daß man für sechs Monate dort bleiben muß. Er bezahlt den Flug in der Economy Class und die Gebühren für das Council. Während des Praktikums verdient man nichts. Allerdings wird für Unterkunft und Auto gesorgt. Beides muß man sich meistens mit mindestens einem weiteren Praktikanten teilen. So mancher denkt da an den Kauf eines eigenen Autos.

Ich hatte wirklich keine Ahnung, was mich erwarten würde. Ich hatte sogar nachgefragt, ob man Bettwäsche braucht. Darauf kann man getrost verzichten. Jeder Flug von und nach Amerika ermöglicht die Mitnahme zweier Koffer mit je einem maximalen Gewicht von 32 kg. Auf den Transatlantikflügen ist nur ein Handgepäckstück zugelassen. Man kann zwar versuchen, darüber am check-in Schalter zu verhandeln, doch von Amerika nach Deutschland ist das viel einfacher.

Nachdem dann alle Fragen unbeantwortet sind, darf man sich ohne Sorgen ins Flugzeug setzen. Was jetzt kommt, ist ein Traum. Meistens ist es zunächst sogar ein Alptraum.

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Arrival

Noch war ich nicht da. Ich war noch nicht einmal in der Luft. Mein Gepäck hatte ich nochmal umpacken müssen, da das eine Handgepäckstück zu groß war. Jetzt hatte ich dafür zwei Handgepäckstücke, meine Trompete und mein Notebook. All die wichtigen Unterlagen, Medikamente und die Wäsche für den ersten Tag (für den Fall, daß der Koffer nicht ankommen sollte) waren nun in meinem schwarzen Koffer. Es hat einen Grund, warum ich schwarz so sehr betone. Wir standen mindestens eine halbe Stunde auf dem Rollfeld in Stuttgart. "Viel Verkehr in Amsterdam!" sagte der Kapitän. Schließlich kamen wir dort doch noch an und mir war nicht einmal schlecht vom Fliegen geworden. Allerdings war die Zeit knapp und gerade als ich nach einem Kilometersprint durch Schipohl am Gate meiner 747 ankam, schlossen sich die Türen. "We are full!" Aha, ich war also nicht mehr in Deutschland. Jetzt mal sehn wie gut mein Englisch ist. Es war schlecht genug, denn alles was ich erreichte war die Antwort "You'll get another flight at the KLM counter!" Hier bewährte sich zum ersten Mal meine EuroCard. Mit ihr konnte ich mein Mittagessen und ein Telefongespräch nach Deutschland bezahlen. Ein Bekannter sollte versuchen, jemanden in Portland zu erreichen, um ihm meine neue Ankunftszeit mitzuteilen. Die notwendige Telefonnummer in Portland, die EuroCard und ein Bekannter in Deutschland sind für so einen Fall wirklich unerläßlich. Es war gerade 1 Uhr morgens in Portland.

Ab jetzt wurde es besser. Ich flog Business Class nach Vancouver in Canada. Von da aus würde ich schon irgendwie nach Portland kommen, meinten die getressten Holländerinnen am Schalter von KLM. Der Flug war lang, aber schön. Ich hatte einen Fensterplatz und sah Grönland, sehr viel von Canada, die Rocky Mountains, Vancouver, The Man with the Iron Mask und kam in der kalten DC-10 irgendwie kaum zum Schlafen. In Vancouver mußte ich am Amerikanischen Einwanderungsbeamten vorbei. Dieser stempelte einfach ab. Ich unterschrieb den rosa Zettel nicht einmal (obwohl man das in seiner Gegenwart tun sollte). Auf dem Rollfeld schickten sie uns zuerst in die falsche Maschine. In der Luft wies der Kapitän dann die wenigen Fluggäste auf die tolle Sicht auf Mt. St Helens hin. In der Abenddämmerung schien die rote Sonne auf den riesigen braunen Krater des Vulkans. Keine Wolke am Himmel. Sommerliche Bedingungen selbst im Flugzeug. So langsam mußte ich mich wohl mit dem Gedanken USA anfreunden.

In Portland wurde ich dann von zwei VSTClern bei 20 Grad und Dunkelheit am Flughafen abgeholt, in ein leeres Haus gesteckt und wieder verlassen. Da mein schwarzer Koffer mit all dem wichtigen Zeug nicht angekommen war, war mir jetzt so wirklich alles egal. Am besten erst einmal schlafen. Lange schlafen kann man aber sowieso nicht und deshalb ging ich am nächsten Morgen gleich mit dem in der Zwischenzeit auch eingetroffenen Hausbesitzer zur Arbeit. Er arbeitet auch für das VSTC und da wir recht früh dort waren, mußte ich erst einmal auf Herrn Lorenz warten. Mein zugeteilter Betreuer war nämlich für die nächsten vier Wochen nicht da (er flog kurz zuvor nach Deutschland).

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Accomodation

Columbia River Gorge

Die Unterbringung im Haus des Kollegen war wirklich toll. Alles war sehr neu eingerichtet. Besonders die amerikanische Küche mit den Töpfen, die von der Decke hängen und die Dolby Surround Anlage mit Riesenfernseher waren dafür verantwortlich. Das Zusammenleben klappte problemlos. Jeder hatte seinen Bereich. Natürlich wurde ich auch in Baseball und Football unterrichtet, so daß mir jetzt zumindest die Grundprinzipien dieser Sportarten klar sind. Nach ungefähr einem Drittel der Zeit teilten wir uns das Haus zu dritt. Auch das war überhaupt kein Problem. Allerdings mußte ich nun das Auto mit einem zweiten Praktikanten teilen. Glücklicherweise verstanden wir uns aber so gut, daß wir auch das in den Griff bekamen. Obwohl das gar nicht so einfach war, denn das Haus lag sehr weit außerhalb und ohne Auto konnte man ganz wenig unternehmen.

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Workplace

Die tägliche Fahrt zur Arbeit dauerte zwischen 25 und 60 Minuten. Das hing ganz davon ab, ob mal wieder irgendwo in Portland ein Unfall passiert war oder nicht. Dann jedenfalls herrschte in der ganzen Stadt auf allen Straßen heilloses Chaos.

Das Hauptquartier von Freightliner, indem auch das VSTC untergebracht ist, liegt auf einer kleinen Industriehalbinsel in der Nähe von Downtown Portland. Die Nähe zu den Entwicklern von Freightliner ist für die Arbeit dort von sehr großem Vorteil. Allerdings muß man sich deshalb auch den guten Gepflogenheiten Freightliners anpassen und das bedeutet Krawattenzwang. Wie in Amerika üblich, arbeitet man in Großraumbüros, die durch halbhohe Stellwände untergliedert sind. Das fördert zwar die Kommunikation (und wie!), lenkt deshalb aber auch oft von der eigentlichen Arbeit ab und ist somit zumindest am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig. Die Atmosphäre in den Bereichen von Freightliner ist sehr, sagen wir mal, konservativ amerikanisch. Das VSTC dagegen bringt mit seinen ca. 30 Mitarbeitern den notwendigen Schwung in die ganze Sache und das arbeiten dort macht wirklich Spaß. Ich hatte das Glück oder Pech, daß ich zunächst kein festes Thema hatte. Da das normalerweise nicht der Fall ist, wirkt es vielleicht sehr übertrieben, wenn ich sage, daß ich in den Bereichen Strömungssimulation, Fahrdynamik, Ergonomie, Computerprogrammierung und Hardwareaufbau mitgearbeitet habe.

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Life in Portland

Oregon Coast

Portland bietet einem alles, was das Herz begehrt. Sowohl die Strände des Pazifiks, als auch die schneebedeckten Höhen des Mt. Hood sind in einer guten Stunde erreichbar. Leider war es nur im Sommer wirklich schön. Der Winter ist ziemlich verregnet. Es gibt nur wenige Tage ohne Regen. Die sind dann aber aufgrund der herrlichen Fernsicht noch viel schöner. Wie wohl überall in den USA ist der nächste große Supermarkt nicht mehr als einen Kilometer entfernt. Dort erhält man eine riesige Auswahl an Produkten, unvorstellbar viele verschiedene Obst- und Gemüsesorten, jede Menge Angebote, bestimmt eine eigene Kundenkarte und einen wirklich tollen Service. Beim Einkaufen wird man sofort von den Verkäufern angesprochen, wenn man so aussieht, als ob man etwas nicht findet. An der Kasse heißt es dann erst einmal "How are you!" Mit einem freundlichen "I'm fine!" verrät man der Kassiererin erst einmal, daß man Deutscher ist und prompt kommt man mit ihr über irgendetwas Banales wie "How do you like it here?" oder "Do you enjoy your stay?" ins Gespräch. Der Einkauf wird fein säuberlich eingepackt, bezahlt wird mit irgendeiner Karte und schließlich wird man noch gefragt, ob man den Einkauf ans Auto getragen haben möchte. "No thanks and have a nice day!"

Wie auf dem Weg zum Supermarkt, so kommt man auch beim Rückweg wieder an mindestens drei Fastfood-Restaurants vorbei: McDonalds, Burger King, Dairy Queen, Arby's, Taco Bell, Carl's Junior, Wendy's, Denny's, Pizza Hut, Papa Murphy's, Subway (für weitere Namen bin ich sehr dankbar). Der Ketchup ist umsonst und wird in rauhen Mengen zu French Fries gegessen. Wie schon aus Pulp Fiction bekannt, heißt der Hamburger Royal in Amerika Quarter Pounder und ist viel größer. Das Getränk besteht zu 80 Prozent aus Eis und kann meist beliebig oft nachgefüllt werden (mehr als zweimal schafft man sowieso nicht). Der Satz "Coke, without ice please!" führt ausschließlich dazu, daß der Verkäufer versucht, auf den ohnehin schon mit Eis gefüllten Becher noch mehr Eis draufzuhäufen. Es heißt "No ice!!!"

Wenn man den Partner, so wie ich, in Deutschland zurückgelassen hat, hat man sehr viel Zeit, um entweder etwas zu unternehmen oder am Wochenende zu arbeiten (das ist kein Witz!). Ich habe z.B. mit dem Golfspielen angefangen und siehe da, manchmal treffe ich den Ball auch schon ganz gut. Von Richtungskontrolle darf man aber noch nicht reden. Die Möglichkeiten, seine Freizeit zu verbringen, sind zahllos und man sollte das so gut als möglich im Sommer ausnutzen oder im Winter mit dem Snowboarden anfangen.

Es gebe noch viel zu berichten über die großen, langsamen Autobahnen, die 1000 Packung Aspirin für sechs Dollar, das 45-minütige, ununterbrochene Feuerwerk am Unabängigkeitstag der USA, die Pumpkins an Halloween, Linsen mit Spätzle und Saitenwürschtle im Internhaus, die Hawaii-Party, BBQs, den
Hawaii-Urlaub im Anschluß, Disneyland, Hollywood und San Francisco. Aber alles läßt sich ganz kurz zusammenfassen: "Life's just great!"

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Summary

Für mich war die Zeit in Portland absolut genial und im Nachhinein sogar ein absolutes Muß. Ich durfte sehr viel erleben, sowohl im persönlichen Bereich, als auch bei der Arbeit. Allein schon die Tatsache, das amerikanische Leben kennenzulernen, ist die ganze Sache wert. Da Amerika nicht gleich Amerika ist und Kalifornien samt Hollywood für die USA bestimmt nicht mehr als Bayern für Deutschland ist, muß ich zugeben, daß ich eigentlich nur Oregon kennengelernt habe. Da die Mitarbeiter allerdings aus den unterschiedlichsten Teilen der USA kamen, hat man schon ein bißchen mehr mitbekommen. Alle Praktikanten wurden von allen Mitarbeitern im privaten und geschäftlichen Bereich immer tatkräftig unterstützt und die Tatsache, daß ich mir meine Aufgabenbereiche bei der Arbeit weitgehend selbst raussuchen durfte, hat die Sache natürlich noch zusätzlich versüßt.

Meine Englischkenntnisse haben sich stark verbessert. Beim Reden denke ich nun in Englisch. Zwar habe ich einen sehr begrenzten Wortschatz, doch das reicht aus, um sich problemlos verständlich zu machen. Das überaus Seltsame ist nur, daß ich Englisch (oder was die Amerikaner dafür halten) selbst dann sehr leicht verstehe, wenn ich die Wörter nicht alle kenne. Selbst Lippenlesen klappt manchmal, was bei deutsch synchronisierten Filmen ziemlich blöd ist. Wir hatten zugegebener Maßen ein wenig Englischunterricht bei einer tollen Englischlehrerin (die auch Deutsch konnte) und viele Ausflüge mit uns unternommen hat. Das Gelernte muß man allerdings auch wirklich anwenden. Man darf sich nicht scheuen, Fehler zu machen und die Kollegen muß man anweisen, daß sie einen verbessern, da sie das sonst nie wagen würden (manche!). Ich bin mit meinen Fortschritten jedenfalls ganz zufrieden und alles in allem war es einfach toll. Ein Tip an alle Nachfolger: Wenn man schon einen Partner besitzt, läßt sich bestimmt irgendetwas arrangieren, so daß man die Zeit gemeinsam verbringen kann. Ich denke, man muß es einfach nur wollen. Und wenn es nur der anschließende gemeinsame
Urlaub ist. Als meine Freundin nach sechs Monaten dann endlich kam, um mich abzuholen, konnte ich sie jedenfalls davon überzeugen, daß Amerika gar nicht so schrecklich ist. Wir waren bestimmt nicht das letzte Mal dort.

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22. Dezember 2006

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